Elly-Heuss-Gymnasium und Erasmus+: 80 Dienste für die Welt

Drei Jahre lang waren die Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums Weiden im Rahmen von Erasmus+ im Dienste der Allgemeinheit unterwegs. Die Europareise führte sie von Weiden hinaus in die Welt – in die Niederlande, nach Sizilien, in die Türkei und zweimal nach Dänemark.

 

„… weil ich in meinem Leben etwas Sinnvolles tun wollte“ – das war die meistgehörte Erklärung, warum die Partnerorganisationen ihr Engagement aufnahmen. Bei der letzten Projektwoche in Vester Skerninge stand sehr häufig die Lebensqualität und der Zusammenhalt im ländlichen Raum im Mittelpunkt: Die kleine regionale Zeitung, die einen gleichen Informationsstand für jung und alt, für Alteingesessene und Neubürger garantieren möchte. Die Gemeinde, die mit einem Bürgerfest gemeinsame Lebensfreude organisieren möchte. Der örtliche Gasthof, der mit einem erweiterten Kulturangebot Kunst und Musik auf dem Dorf präsentieren möchte. Ein neues Sportzentrum für zwei kleine Gemeinden. Oder auch der Lehrer und Handballtrainer, der seine Freizeit und viel Geld und Kraft in sein Projekt Handball Uganda steckt, um dort – inmitten von Not und Gewalt – Freude, Selbstvertrauen und Gleichberechtigung zu stärken. Die Teenager bearbeiteten eine dieser Aufgaben selbstständig in internationalen Projektgruppen, begleitend standen ihnen zehn Lehrerinnen und Lehrer zur Seite. Vom Elly-Heuss-Gymnasium waren dies Frau Studienreferendarin Kathrin Miller und der Projektleiter Oberstudienrat Ralph Conrad.

Die verschiedenen lokalen Initiatoren stecken oft ihre gesamte Freizeit in ihre Projekte und trotzdem bleibt noch so viel mehr zu tun: Weitere Programmpunkte, größere Vielfalt, größere Bekanntheit, weitere Unterstützer und vieles mehr. Genau diese Aufgaben und Herausforderungen delegierten sie an die internationalen Projektgruppen aus den fünf Ländern, denn deren Motto lautet Something for Nothing – gemeinnütziges Engagement für den guten Zweck. Dazu der jugendliche Blickwinkel auf die „erwachsenen“ Aufgaben und die Fähigkeiten und Fertigkeiten, über die junge Damen und Herren im 21. Jahrhundert verfügen. Am Ende der Woche staunten beide Seiten gleichermaßen: Die Aufgabensteller über die Vielfalt der neuen Lösungsansätze und die Schülerinnen und Schüler über die Wertschätzung und Begeisterung, die sie für ihre Vorschläge und für ihr Engagement erhielten.

Die dreijährige Projektphase endete mit diesem Treffen in Dänemark. Insgesamt 80 Mal war ein Mitglied der Schulfamilie des Elly-Heuss-Gymnasiums mit dabei, wenn es um Ehrenamt und Gemeinwohl ging. Eine stolze Bilanz.

Bereits jetzt geht der Blick nach vorn: Das nächste Projekt ist bereits bei der Europäischen Kommission zur Finanzierung eingereicht. LOOK! For a better world. Mit den gleichen Partnern werden die Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums Projekte vorstellen, die bereits heute ihren Anteil beitragen, die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen für 2030 zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Projekt allgemein

Lösungen finden statt nach Problemen suchen

Der Titel des Projekts lautet „Something for Nothing: Schule in einer vielfältigen Gesellschaft.“ Das Hauptziel des Projekts ist es, gemeinsam mit den Schülerinnen Ideen zu entwickeln und zu vertiefen, wie sich das System Schule an gesellschaftlichen Veränderungen beteiligen kann und muss. Vor dem Hintergrund, dass verschiedene Länder Europas vor ähnlichen Herausforderungen stehen und trotz manch kultureller Unterschiede eine gemeinsame Zukunft bestreiten werden, werden sich auch bei der Herangehensweise vergleichbare Strategien anbieten. Natürlich ist allen Beteiligten bewusst, dass nur allein „der Staat“ die vielfältigen Aufgabenstellungen nicht bewältigen kann und deshalb ehrenamtliches und freiwilliges Engagement notwendig ist.

Das Elly-Heuss-Gymnasium diente in diesem Projekt zunächst als Beispiel, da das bisherige soziale Engagement ausdrücklich von der Bewertungskommission der Europäischen Kommission gelobt wurde. Im Verlauf des Projekts überlegten die Projektpartner, welche Beispiele sie in ihr Schulleben integrieren können und auch das Elly-Heuss-Gymnasium arbeitet stetig an Optimierungen und Erweiterungen ihrer Kontakte.

An dem Projekt beteiligen sich Schulen aus den Niederlanden (Almere, Nähe Amsterdam), aus Dänemark (Vester Skerninge, Nähe Odense), aus Italien (Agrigento, Sizilien) und aus der Türkei (Bilecik, ca. drei Stunden außerhalb Istanbuls).