Erasmus+ – Projekt S4N 2016-19

“Lösungen finden statt nach Problemen suchen!”

PROJEKTSTART (SEPTEMBER 2016):

Das Elly-Heuss-Gymnasium Weiden darf für die kommenden drei Schuljahre wieder ein europäisches Projekt mitgestalten (im Rahmen des Programms Erasmus+). Der Titel des Projekts lautet „Something for Nothing: Schule in einer vielfältigen Gesellschaft.“ Das Hauptziel des Projekts ist es, gemeinsam mit den Schülerinnen Ideen zu entwickeln und zu vertiefen, wie sich das System Schule an gesellschaftlichen Veränderungen beteiligen kann und muss. Vor dem Hintergrund, dass verschiedene Länder Europas vor ähnlichen Herausforderungen stehen und trotz mancher kultureller Unterschiede eine gemeinsame Zukunft bestreiten werden, werden sich auch bei der Herangehensweise vergleichbare Strategien anbieten. Natürlich ist allen Beteiligten bewusst, dass nur allein „der Staat“ die vielfältigen Aufgabenstellungen nicht bewältigen kann und deshalb ehrenamtliches und freiwilliges Engagement notwendig ist.

Das Elly-Heuss-Gymnasium wird in diesem Projekt zunächst als Beispiel dienen, da das bisherige soziale Engagement ausdrücklich von der Bewertungskommission der Europäischen Kommission gelobt wurde. Im Verlauf des Projekts überlegen die Projektpartner, welche Beispiele sie in ihr Schulleben integrieren können und auch das Elly-Heuss-Gymnasium arbeitet stetig an Optimierungen und Erweiterungen.

An dem Projekt beteiligen sich Schulen aus den Niederlanden (Almere, Nähe Amsterdam), aus Dänemark (Vester Skerninge, Nähe Odense), aus Italien (Agrigento, Sizilien) und aus der Türkei (Bilecik, ca. drei Stunden außerhalb Istanbuls).

Bericht auf www.OberpfalzECHO.de vom 16. November 2016

Laufen und Basteln gegen Blutkrebs

Das Erasmus+ Projekt Something for Nothing des Elly-Heuss-Gymnasiums widmet sich dem ehrenamtlichen Engagement. Beim Projekttreffen in Weiden wurden auch Spendengelder gesammelt. Unter dem Motto Sport gegen Blutkrebs bzw. Basteln gegen Blutkrebs kamen 1180,-€ zusammen, die die Projektteilnehmer der Aktion Knochenmarkspende Bayern zur Verfügung stellen. Die Sportlehrerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums hatten die Turnhalle in einen Abenteuer- und Geschicklichkeitsparcours verwandelt, der neben Spaß auch einen Geldbetrag pro Runde erbrachte. Als Sponsoren stellten sich verschiedene Partnerfirmen bzw. Banken zur Verfügung, mit denen die Schule regelmäßig zusammenarbeitet. Neben dem sportlichen Engagement konnten die Teilnehmer aus fünf Ländern auch mit Fingerspitzengefühl dem guten Zweck dienen. Die gebastelten Weihnachtsartikel verkaufte die Projektgruppe am Elternsprechtag.

         

„Wir haben uns entschieden, die Spendensumme der Aktion Knochenmarkspende Bayern zur Verfügung zu stellen, weil sie vor Ort die Typisierung vorantreibt, die Datenbank aber international mögliche genetische Zwillinge aufspürt und somit alle am Projekt beteiligten Länder davon profitieren können“, erklärt Oberstudienrat Ralph Conrad, der für das Projekt am Elly-Heuss-Gymnasium verantwortlich zeichnet. Die Ersttypisierung eines freiwilligen Stammzellspenders kostet die Stiftung AKB je 50 Euro. Dieser Betrag für die aufwändige molekulargenetische Analyse der Gewebemerkmale eines Spenders muss aus Spendengeldern finanziert werden. Weder Staat noch Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Zum Projekt: Der Titel des Projekts lautet „Something for Nothing: Schule in einer vielfältigen Gesellschaft.“ Das Hauptziel des Projekts ist es, gemeinsam mit den Schülerinnen Ideen zu entwickeln und zu vertiefen, wie sich das System Schule an gesellschaftlichen Herausforderungen beteiligen kann und muss. Vor dem Hintergrund, dass verschiedene Länder Europas vor ähnlichen Herausforderungen stehen und trotz mancher kultureller Unterschiede eine gemeinsame Zukunft bestreiten werden, werden sich auch bei der Herangehensweise vergleichbare Strategien anbieten. Natürlich ist allen Beteiligten bewusst, dass nur allein „der Staat“ die vielfältigen Aufgabenstellungen nicht bewältigen kann und deshalb ehrenamtliches und freiwilliges Engagement notwendig ist.

Das Elly-Heuss-Gymnasium diente in diesem Projekt zunächst als Beispiel, da das bisherige soziale Engagement ausdrücklich von der Bewertungskommission der Europäischen Kommission gelobt wurde. Im Verlauf des Projekts überlegen die Projektpartner, welche Beispiele sie in ihr Schulleben integrieren können.

VESTER SKERNINGE, DÄNEMARK (NOVEMBER 2016)

Zurück von der ersten Auslandsmission mit Erasmus+: Die europäische Projektgruppe des Elly-Heuss-Gymnasiums Weiden hat in Dänemark ihre erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden.

           

So klein ist die Welt: Integration von Flüchtlingen, nachhaltiges Alltagsleben, Freizeitangebote für Jugendliche und die Heimat als Ort zum Wohlfühlen – und mittendrin die Schule als Lern- und Lebensraum. Bereits beim ersten Treffen in Weiden im November 2016 konnten alle Beteiligten über ähnliche Erfahrungen in ihren Heimatgemeinden berichten. Beim zweiten Treffen in Dänemark ging es nun um Pilotprojekte, die künftig eine engere Zusammenarbeit von Schule und Gesellschaft ermöglichen sollen.

Vester Skerninge liegt im ländlich strukturierten Bezirk Svendborg und verschiedene Institutionen und Vereine hatten für die Projektteilnehmer aus fünf Ländern Aufgaben parat. Es galt die Kreativität der Jugendlichen und die Erfahrungen aus fünf verschiedenen Gesellschaften zu verbinden und Lösungen zu finden. Koordiniert wurden diese Challenges von der dänischen Partnerschule und dann in internationalen Teams, begleitet von einem Lehrer als Mentor, in Angriff genommen. Die Teilnehmer analysierten die Ausgangslage, entwarfen eine Zielvorstellung, stellten einen Maßnahmen- und Kostenplan auf und entwickelten Schritte zur Umsetzung. Diese Szenarien stellten Sie in einer Abschlusspräsentation den Aufgabenstellern vor.

Wie sahen die Aufgaben aus? Der örtliche Rat für Flüchtlingsangelegenheiten sucht weitere Möglichkeiten zur nachhaltigen Integration vor allem jugendlicher Migranten, das Öko-Selbstversorgerdorf ist auf der Suche nach neuen Siedlern, die Sportvereine wollen Jugendliche zu mehr Bewegung und Teilnahme am Spielbetrieb animieren, die Pfadfinder brauchen eine Steigerung ihres Bekanntheitsgrades und die Beratungsstelle für Jugendliche will ihr Imageproblem beheben.

Und wie die Lösungen? Die herausgeforderten Teilnehmer nutzten ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten zur gründlichen Recherche und für umfassende Meinungsumfragen. Dazu ihre Kompetenz in Sachen soziale Medien, ihre Kreativität und den jugendlichen Mut, das Undenkbare zu Denken. Die Ergebnisse waren klare Faktenlagen, unvoreingenommene Bestandsaufnahmen und Wunschlisten, neugestaltete Internetauftritte oder Modelle für umweltbewusstes Probewohnen – Kostenvoranschlag inklusive.

Der Lohn? Vielfältige Erfahrungen, vielseitige Anerkennung und viele neue Erkenntnisse für erwachsene Aufgabensteller und jugendliche Problemlöser. Und die Vorfreude auf die nächsten Aufgaben, die ab November in Agrigento/Sizilien auf die Teams warten.

AGRIGENTO, ITALIEN

S4N- Something for Nothing, diesmal im Süden Italiens

Die 60000 Einwohner der historischen Stadt Agrigento im Süden Siziliens scheinen im Paradies zu leben. Traumhafte Lage am Mittelmeer, faszinierende antike Tempel und „ein ganzes Jahr Sommer“ wie der Urlaubsprospekt verspricht. Doch auch hier stellt der Alltag oft große Anforderungen an die Menschen, die sich mit viel Einsatz ehrenamtlich engagieren und dennoch nach einer Verbesserung ihrer Organisation Ausschau halten. Für die Teilnehmer am dritten Projekttreffen ein bekanntes Terrain, denn bereits in Dänemark wurden beim vorherigen Treffen in kreativen Denkprozessen neue Ideen angestoßen. Und dennoch: Der kürzeste Weg vom Projektort nach Afrika führt nicht etwa nach Süden, sondern es sind nur knapp 200 km nach Westen bis man Tunesien erreicht – folglich doch eine gänzlich andere Situation.

Thomas Visby, Projektleiter in Dänemark, stellte zu Beginn vor, was sich in der dänischen Gemeinde Vester Skerninge seit dem Projekttreffen getan hatte – und die Ergebnisse lassen aufhorchen! Fast alle Organisationen, die sich am S4N-Projekt beteiligten, haben die Vorschläge der Jugendlichen aufgenommen und umgesetzt. Verschiedene Vorschläge zur besseren Integration von Flüchtlingen sind sogar Teil der politischen Diskussion in den bevorstehenden Regionalwahlen geworden. Auch in den Gremien der Sportvereine und der Jugendhilfe fanden die Anregungen Niederschlag in den Sitzungen. Noch direkter ging es beim Tennisclub: Die Ideen der Schülerinnen und Schüler aus fünf Ländern wurden in kürzester Zeit umgesetzt und die jugendlichen Sportler finden nun ein maßgeschneidertes Konzept für Teenager vor!

Ähnlich wie das dänische Dorf liegt auch die sizilianische Stadt Agrigento in einer Gegend, die mit einer abwandernden Bevölkerung und wenig erfolgversprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen hat. Dennoch gilt auch hier die Maßgabe, dass durch gemeinsames ehrenamtliches Wirken möglichst viele der Aufgaben in der Gemeinde bewältigt werden können.

Wenn man stellvertretend die Alzheimer-Gruppe betrachtet, erkennt man schnell das Dilemma der Gruppe. Die Angehörigen bringen so viel Zeit und Herzblut für die Betreuung der Betroffenen auf, dass kaum Zeit und Energie für Öffentlichkeitsarbeit und Spendensammeln bleibt. Eine der Projektgruppen besuchte die Ehrenamtlichen und ließ sich mehr über die Organisation zeigen und ging in den folgenden Tagen an die Erarbeitung eines Konzepts für Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung. Wichtigstes Anliegen dabei war, dass die Angehörigen nicht durch zusätzliche Arbeiten belastet würden, sondern die bereits vorhandenen Möglichkeiten und Aktionen vielfältiger genutzt würden.

Andere beteiligte Organisationen „bestellten“ bei den Projektteilnehmern eine Werbebroschüre für regionales Bio-Obst, ein Konzept für eine Stellenbörse für Jugendliche, Programmvorschläge für jugendliche Teilnehmer oder kreative Ideen zum Spendensammeln.

ALMERE, NIEDERLANDE

S4N- Something for Nothing: Schule und Gesellschaft in den Niederlanden

Survival by Teambuilding – so der reißerische Programmpunkt für den ersten Nachmittag des Projekttreffens in Almere. Nur ein sportlicher Spaß oder doch ein Fingerzeig für unsere Zukunft?

Almere beheimatet 200000 Einwohner und ist eine boomende Wohnstadt östlich von Amsterdam. Soweit-so gut und wenig spektakulär. Die Besonderheit zeigt sich in der Geschichte der siebtgrößten Stadt der Niederlande: Das Stadtgebiet wurde erst vor 50 Jahren trockengelegt und wird seit 1975 bebaut. Die Stadtplaner hatten also die einmalige Chance eine „ideale“ Stadt zu erschaffen, mit abwechslungsreicher Bebauung, lebenswerten Wohngebieten, ausgeklügelter Infrastruktur mit getrennten Verkehrswegen für Autos, Busse und Radfahrer, sowie viel Grün und Wasser im Stadtbild. Das Modell Almere gilt als Erfolg, aber garantiert die ideale Stadt auch ein ideales Zusammenleben und eine funktionierende Gesellschaft?

Wie bei allen anderen Projekttreffen ist auch Almere eine ganz normale Stadt, in der ohne das vielfältige Engagement Ehrenamtlicher nur wenig passieren würde. Auch hier decken engagierte Freiwillige zum Nutzen ihrer Mitbürger wichtige Bereiche des alltäglichen Lebens ab. Selbsthilfegruppen, caritative Angebote, Jugendorganisationen, Tier- und Umweltschützer: sie alle leisten ihren Beitrag im Zusammenleben – und baten die internationale Projektgruppe um Unterstützung.

Der Stadtrat von Almere sieht ein zunehmendes Desinteresse von Jugendlichen an regionalen Politikthemen und führt dies auch auf eine mangelhafte eigene Informationspolitik zurück. Wie lassen sich die Themen jugendgerecht präsentieren? Die Beratungsstelle für Krebspatienten und deren Angehörige (mit zwei Hauptamtlichen und 47 Freiwilligen) sieht eine zunehmende Überalterung ihrer Organisation. Wie gelingt der Generationenwechsel und wie erreicht man Kontakt zu betroffenen Jugendlichen? So lauteten zwei Aufgaben, die die Projektteilnehmer angingen. Dazu Stadtteilentwicklung, Mitgliederwerbung für eine Tierschutzorganisation und ein kreativer Designauftrag des Semiconductorherstellers und Global Players ASM.

Überleben durch gemeinschaftliches Engagement – wohl wirklich ein durchdachter Lösungsansatz.

BILECIK, TÜRKEI

Wer hat’s erfunden?

So mancher mag sich noch an die Werbung eines Schweizer Kräuterbonbonherstellers erinnern, der großen Wert auf sein Urheberrecht legte. Ob sich auch die restliche Welt und ihre Erzeugnisse so leicht in Kategorien einteilen lassen? Das fünfte Treffen im Rahmen von Erasmus+ lieferte auch dazu vielfältige Erkenntnisse.

Schon beim ersten gemeinsamen Essen lagen mehrere „Wahrheiten“ auf dem Tisch – und so manches typische Mahl eines Landes fand seinen Zwillings- und gar Drillingsbruder auf dem Teller eines der anderen Teilnehmer. Es erübrigt sich die Beweisführung, dass bei vielen weiteren Themenbereichen ähnliche Erkenntnisse zu Tage traten – wobei die sprichwörtliche türkische Gastfreundschaft durchaus das Qualitätssiegel „besonders hervorzuheben“ verdiente.

Seit dem letzten Besuch einer Weidner Schülergruppe in Bilecik sind fünf Jahre vergangen und schon auf den ersten Blick zeigen sich Veränderungen im Stadtbild und in der Infrastruktur. Die Stadt mit etwa 60000 Einwohnern hat nun Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz und die Metropolen Istanbul und Ankara sind in noch kürzerer Zeit zu erreichen. Ein Umstand, der Bilecik auch als Wohnort und Wirtschaftsstandort immer interessanter macht. Mit der Modernisierung der Stadt geht auch der Wunsch einher, im gesellschaftlichen Bereich neue Standards zu erreichen. Neben einem erweiterten Sport- und Freizeitangebot wollen örtliche Organisationen auch die Zahl der Blutspender erhöhen, Flüchtlinge integrieren und generell die Zahl freiwilliger Helfer erhöhen.

Die Jugendlichen aus fünf Ländern stellten diesen Organisationen im Laufe der Projektwoche ihre Fantasie, Fähigkeiten und Vorkenntnisse zur Verfügung und entwickelten Konzepte für die Öffentlichkeitsarbeit, erstellten Werbematerial und zeigten aus der Sicht des unbeeinflussten Außenseiters kreative Möglichkeiten auf, die den Bekanntheitsgrad der Organisationen steigern und somit ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken sollten. Denn schließlich möchte ja jede Stadt gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern eine lebenswerte Heimat gestalten.

Den Abschluss der Strategischen Partnerschaft zur Schulentwicklung wird das letzte Projekttreffen in Dänemark im März 2019 bieten. Hier werden im Rahmen einer Fortbildung für Lehrkräfte an Freien Schulen die Erkenntnisse aus der Projektphase erläutert und an praktischen Beispielen erprobt.

Web site and newspaper articles about Bilecik Meeting