Schule – Extra für Mädchen

Warum wir ein Mädchengymnasium für eine tolle Sache halten

Mädchenschulen sind kein Relikt der Vergangenheit – sie sind ein Modell für die Zukunft. In einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft bieten sie jungen Frauen einen Raum, in dem sie sich frei entfalten, ihre Identität entwickeln und ohne Rollendruck wachsen können.

Ein paar ernüchternde Fakten aus gemischten Klassen :

  1. Lehrkräfte interagieren mehr als 50 % häufiger mit Jungen als mit Mädchen.
  2. Jungen erhalten mehr Lob, Kritik und Unterstützung bei der Verbesserung als Mädchen.
  3. Während einer Diskussion rufen Jungen achtmal häufiger als Mädchen ungefragt Antworten in die Klasse.
  4. Mädchen erhalten häufiger bloße „Bestätigung“ (eine knappe Anerkennung ihrer Arbeit, wie etwa „mh-hm“ oder „okay“) als Jungen.
  5. Mädchen, die weniger Aufmerksamkeit von ihren Lehrkräften erhalten, neigen dazu, ihre eigenen Fähigkeiten zu unterschätzen und an Motivation zu verlieren.

(Davis KL (2000) A case study in gender equity for basic instruction programs. Phys Educ 57(1):47)

Dies liegt wohlgemerkt nicht daran, dass Lehrkräfte mädchenfeindlich wären. Die Erfahrung zeigt aber: Jungs sind überdurchschnittlich gut darin, sich die Ressource „Aufmerksamkeit der Lehrkraft“ zu sichern.

Dagegen schaffen Mädchenschulen echte Chancengleichheit: Mädchen verschwinden nicht einfach im Hintergrund. Und: Bei uns übernehmen Mädchen alle Rollen, trauen sich mehr zu und entwickeln Selbstbewusstsein. Das stärkt nicht nur ihre schulischen Leistungen, sondern auch ihre Persönlichkeit. Wir nennen das “Empowering”.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch das exzellente Schulklima, das unter den Bedingungen einer Mädchenschule entsteht (bei uns wiederholt attestiert durch die externe Evaluation). Entgegen dem landläufigen Vorurteil sind Mädchen untereinander hier nicht etwa „zickig“, sondern äußerst solidarisch. Diese Harmonie ermöglicht es auch schüchternen Schülerinnen aufzublühen. Viele Studien belegen das naheliegende Ergebnis: Mädchen an monoedukativen Schulen haben ein besseres Selbstwertgefühl und weniger Probleme mit psychischer Gesundheit.

Kurz gesagt: Mädchenschulen sind keine Abschottung, sondern gezielte Förderung. Sie geben jungen Frauen den Raum, der ihnen zusteht, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen – und genau das macht sie heute so relevant wie nie.

Markus Hattenkofer, StD