Politische Bildung am Elly
Auszug aus dem Angebot für politische Bildung
Debating Society
In der Debating Society werden gesellschaftspolitische Themen nach den offiziellen Regeln der Debattenführung auf Englisch diskutiert. Die Schülerinnen lernen einander diszipliniert zuzuhören und den eigenen Standpunkt sachlich zu vertreten. Unterschiedliche Meinungen sind nicht nur erwünscht, sondern werden als essenzieller Bestandteil einer offenen und liberalen Demokratie erkannt. Durch den angestoßenen Meinungsbildungsprozess, der im Rahmen einer fairen Debatte stattfindet, erfahren die Schülerinnen, dass gute und verbindliche Entscheidungen nur aufgrund von stichhaltigen und überzeugenden Argumenten gefällt werden können.
Vorbereitet werden die Schülerinnen dabei gleichzeitig auf das einmal jährlich in Kerkrade, in den Niederlanden, stattfindende Model European Parliament. Dabei handelt es sich um eine Politiksimulation, in deren Rahmen ca. 250 Jugendliche aus ganz Europa Gesetzesvorlagen auf Englisch diskutieren und beschließen. Sie schlüpfen dabei in die Rolle von Europa-Abgeordneten und nehmen sich so wichtige Themen wie die Flüchtlingssituation, die Zukunft der EU und die populistischen Tendenzen innerhalb Europas vor.
Planspiele (POL&IS, Europa, Klimapolitik vor der Haustür, Stadtentwicklung)
Planspiele (POL&IS, Europa, Klimapolitik vor der Haustür, Stadtentwicklung)
Spielend Politik begreifen: Wir halten Planspiele als handlungsorientierte Methode für die Vermittlung komplexer Zusammenhänge für besonders geeignet. Die Schülerinnen schlüpfen in die Rolle von Politikerinnen, Aktivistinnen, Unternehmerinnen oder engagierten Bürgerinnen und versuchen der Rolle entsprechend auf die im Planspiel vorgestellte Problemsituation zu reagieren. Dabei geht es wie immer im gesellschaftlichen und politischen Miteinander darum, einerseits die eigenen Interessen durchzusetzen, aber gleichzeitig das Gemeinwohl nicht aus den Augen zu verlieren. Und wie so oft, der Weg ist das Ziel: miteinander reden, zuhören, Meinungen austauschen, mit Argumenten das Gegenüber überzeugen, um schließlich zu einem gemeinsam ausgehandelten Kompromiss zu finden. Das Aushandeln von Positionen, Abstimmungen und das Erzielen von Mehrheiten, all das sind Abläufe, die das Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft ausmachen, sowohl im engeren politischen Sinne, als auch im alltäglichen gesellschaftlichen Zusammenleben in der Familie, in der Schulklasse, im Verein oder im Job.
Das Argutraining #WIeDER_SPRECHEN FÜR DEMOKRATIE
Wir bieten den Schülerinnen der 10. Jahrgangsstufe im Rahmen eines eintägigen Argumentationstrainings die Chance, Handlungsmöglichkeiten zu erwerben, um sich zivilcouragiert und selbstbewusst gegen diskriminierende und menschenverachtende Äußerungen und Aktionen wehren zu können. Dies erfolgt im Rahmen des Peer-to-Peer-Ansatzes. Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe, die bereits im Jahr zuvor das Training absolviert haben und noch stärker in die Thematik einsteigen wollen, erhalten ein weiteres intensiveres Training zum Thema und werden so befähigt, die jüngeren Schülerinnen dazu zu coachen. Das Aufbauseminar wird von dem renommierten Berliner Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ durchgeführt, der es sich seit 1993 zur Aufgabe gemacht hat, Schülerinnen und Schüler für diese Themen zu sensibilisieren und in die Lage zu versetzen, selbstbewusst zu agieren. (vgl. https://www.kommunikation-demokratie.de/argutraining/das-argutraining/)
Im ARGUTRANING lernen die Teilnehmenden, in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Sie entwickeln dabei eine eigene innere Haltung zu Vorurteilen und Diskriminierung im (Schul-)Alltag und erkennen, wann für sie selbst eine Grenze des Tolerablen erreicht ist. Damit werden sie dazu befähigt, sich selbstbewusst gegen diskriminierende Sprüche zu positionieren. Um ihre Argumentationsfähigkeit zu stärken, eignen sich die Teilnehmenden unterschiedliche Strategien an und lernen, diese je nach Situation selbstbewusst und zielorientiert einzusetzen. Sie erhalten Informationen über die Wirkmechanismen von Vorurteilen, analysieren menschliches Kommunikationsverhalten und setzen sich mit Beweggründen und Motiven auseinander, die hinter einem diskriminierenden Spruch stecken können.
Ziel ist es, einerseits die Fähigkeiten der Schülerinnen im Argumentieren gegen diskriminierende und rassistische Äußerungen zu trainieren und andererseits ihr Selbstbewusstsein und ihr Verantwortungsbewusstsein für ein friedliches und faires Zusammenleben zu fördern. Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sind wir uns dieser Aufgabe in ganz besonderer Weise bewusst.
Jugendwahl
Die Repräsentativität von Wahlen wird seit vielen Jahren ob der demographischen Entwicklungen in den westlichen Industriestaaten zunehmend in Frage gestellt. Eine inzwischen breit diskutierte Maßnahme und in manchen Bundesländern sogar schon umgesetzte Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre (seit 2024 auch bei der Wahl zum Europäischen Parlament, zumindest in Deutschland und manch anderen Mitgliedstaaten der EU) erfordert eine frühe Beschäftigung mit gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen und schafft Anforderungen an schulische politische Bildung. Mit der Durchführung von Jugendwahlen bzw. Juniorwahlen motivieren wir unsere Schülerinnen ab der 9. Jahrgangsstufe, sich eine Meinung zu den Parteiprogrammen und dem politischen Personal der Parteien zu bilden und diese im Rahmen ihrer Stimmabgabe darzustellen. Ein schönes Nebenprodukt dieser Initiative ist, dass sich die Diskussionen rund um die jeweils stattfindende Wahl regelmäßig aus der Schule hinaus an den familiären Mittags- und Abendbrottischen fortsetzen.
Auch hier ist das Sozialwissenschaftliche Gymnasium Vorreiter und Muster. Solide politische Bildung braucht Fachunterricht mit guter Stundenausstattung, hohem Niveau und professionellem Unterricht. Die knapp 60 SWG-Gymnasien in Bayern haben ein hohes Potenzial, diesen Ansprüchen gerecht zu werden.
Konzept für die politische Bildung
Ziele und Inhalte
Die Demokratiefähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger ist eine Grundvoraussetzung für die Existenz und das Fortbestehen einer Demokratie. Das Elly-Heuss-Gymnasium versteht unter dem Begriff der politischen Bildung daher die Vermittlung und Einübung derjenigen Kompetenzen, die ein freiheitlich-demokratisches System mit pluralistischer Gesellschaft von ihren Bürgerinnen und Bürgern verlangt. Dies meint insbesondere:
- Die Schülerinnen erwerben vertiefte Kenntnisse politischer Ordnungsformen sowie von Bedingungen politischen Handelns und Abläufen.
- Sie erwerben die Fähigkeit zur Analyse von Sachverhalten in Politik und Gesellschaft und zur Einordnung in größere Zusammenhänge, um zu einem eigenständigen Urteil zu gelangen.
- Sie lernen vorliegende politische Entscheidungen und Urteile zu analysieren, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und eigene politische Urteile begründet zu fällen.
- Sie entwickeln auch durch die Analyse (zeit)geschichtlicher Prozesse die Fähigkeit, komplexe Lagen zu erfassen und dabei moralische Kategorien reflektiert zur Anwendung zu bringen.
- Sie lernen Staat, Politik und Gesellschaft zu verstehen und wirken – ihrem Alter gemäß – verantwortungsbewusst und solidarisch in der Demokratie mit, dabei zeigen sie die Fähigkeit zu Zivilcourage und konstruktiver Kritik.
- Sie setzen sich mit ethischen Begründungen und Deutungen politischen Handelns auseinander und verinnerlichen demokratische Wertvorstellungen und Einstellungen, die sie vertreten, leben und wenn nötig auch verteidigen.
- Sie kennen die Möglichkeiten der politischen Beteiligung und setzen sich mit ihrer erfolgreichen Anwendung in konkreten Situationen auseinander.
- Sie bringen politik- und gesellschaftsbezogene Meinungen sowie Interessen ein und vertreten diese dabei reflektiert.
- Sie lernen, ihre Kontrollfunktion als Bürgerin in der Demokratie wahrzunehmen, und wirken altersgemäß an politischen und gesellschaftlichen Diskursen mit, indem sie sich in der Schule und im Rahmen der jeweils bestehenden Möglichkeiten innerhalb der demokratischen Ordnung auf kommunaler, landes-, bundes- bzw. europaweiter Ebene aktiv beteiligen.
- Sie zeigen die Fähigkeit zu Empathie und Perspektivenübernahme, zeigen sich kooperationsfähig und berücksichtigen demokratische Spielregeln.
(Zusammenstellung der Kompetenzen zitiert aus: Gesamtkonzept für die politische Bildung an bayerischen Schulen, KMBek vom 16. August 2017, Az. X.10-Bs4400.18-6a.85372., S.9.)
Zu unterscheiden ist dabei zwischen der politischen Bildung und dem sozialen Lernen. Erstere hat die Demokratiefähigkeit des Individuums zum Ziel, letzteres seine Gemeinschaftsfähigkeit. Das Elly-Heuss-Gymnasium sieht das soziale Lernen der Schülerinnen als eigenständiges Lernfeld, nicht als Teildisziplin der politischen Bildung. Die politische Bildung und das soziale Lernen sind als unterschiedliche Lernbereiche zu begreifen, deren Zielsetzungen einander ergänzen und sich überschneiden.
Die genannten Zielkompetenzen der politischen Bildung – Partizipationskompetenz, Urteilskompetenz, Wertekompetenz, Sozialwissenschaftliche Methodenkompetenz – werden in vielfältiger Weise durch die Fachlehrpläne der einzelnen Unterrichtsfächer gefördert. Den Fächern Politik und Gesellschaft sowie Geschichte kommt dabei als expliziten Leitfächern der politischen Bildung eine besondere Bedeutung zu, ohne dass sich die politische Bildung auf diese beschränkt. Vielmehr leistet der Fachunterricht im Zusammenspiel der unterschiedlichen Fächer einen gravierenden Beitrag zur politischen Bildung der Schülerinnen.
Über die Vorgaben der Fachlehrpläne hinaus erfolgt am Elly-Heuss-Gymnasium die Förderung der politischen Bildung der Schülerinnen über vier fach- und jahrgangsstufenübergreifend angelegte Aktionsfelder:
- Demokratisch leben und handeln
- Politik wahrnehmen und erfahren
- Den Blick öffnen
- Kompetenzen und Begabungen fördern
Aktionsfeld 1: Demokratisch leben und handeln
Das Elly-Heuss-Gymnasium nutzt bewusst Möglichkeiten des handlungs- und erfahrungsorientierten Lernens, um bei den Schülerinnen die Verinnerlichung demokratischer Grundhaltungen und Verfahrensweisen zu erreichen. Besonderen Wert legt die Schule auf diejenigen Mechanismen und Verfahren, die Schülerinnen die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ermöglichen. Die Schülerinnen sollen erfahren, dass ein aktives Engagement bei der Mitgestaltung des sozialen und politischen Lebens zu konkreten Ergebnissen führt und sichtbare Spuren hinterlässt.
Die im Folgenden genannten Möglichkeiten und Aktivitäten in diesem Aktionsfeld sind weder an ein bestimmtes Fach noch an eine bestimmte Jahrgangsstufe gebunden:
- Die bewusste Gestaltung von klasseninternen Abstimmungen nach demokratischen Verfahrensregeln, gegebenenfalls verbunden mit einer Reflexion dieser Regeln und des Abstimmungsmodus. Dies gilt insbesondere für die Wahl der Klassensprecherinnen.
- Die Einrichtung und Unterstützung von Möglichkeiten und funktionsfähigen Organisationsstrukturen zur aktiven Mitgestaltung des Schullebens durch die Schülerinnen. Hierzu zählen:
- Die Mitgestaltung der Verfassungsviertelstunde: Die Schülerinnen setzen sich anhand aktueller und lebensnaher Beispiele mit zentralen Werten des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung auseinander.
- Die Eröffnung von Freiräumen zur Mitgestaltung des Schullebens durch die SMV, beispielsweise in Form der Organisation des Schulfestes oder der Weihnachtsfeier der 5. Klassen.
- Die Unterstützung, Beratung und Betreuung der SMV und ihrer Organe bei ihren Tätigkeiten durch die Verbindungslehrkräfte.
- Die regelmäßige Abhaltung von Klassensprecherinnenstunden sowie eines Klassensprecherinnenseminars.
- Das Abhalten von Schulversammlungen mit der Initiierung von basisdemokratischen Entscheidungsprozessen. Wir führen wöchentliche Schulversammlungen durch, die außerdem den Rahmen für die Verfassungsviertelstunde bilden.
- Die regelmäßige Teilnahme an Angeboten zu Jugendwahlen, beispielsweise der Juniorwahl, bei Landtags-, Bundestags- oder Europawahlen.
- Erfahrungs- und handlungsorientierte Hinführung zu zivilgesellschaftlichem Engagement im sozialen Nahraum durch Praktika in der Mittelstufe. Seit einigen Jahren ermöglicht dies die Kooperation des Elly-Heuss-Gymnasiums mit dem AK Asyl.
- Die aktive Unterstützung von Eigeninitiativen der Schülerinnen hinsichtlich politischer oder gesellschaftlicher Belange. Das Elly-Heuss-Gymnasium nimmt die Anliegen der Schülerinnen ernst, leistetet gegebenenfalls Aufklärungsarbeit, zeigt Handlungsmöglichkeiten auf oder lenkt diesbezügliche Aktivitäten der Schülerinnen in fruchtbare Bahnen. Momentan erfolgt dies u.a. in Form einer Klima-AG, die sich die Einrichtung einer ökologisch nachhaltigen Schule zum Ziel gesetzt hat.
- Die gezielte Umsetzung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Das Elly-Heuss-Gymnasium beteiligt sich an gemeinschaftlichen Aktionen des lokalen Netzwerks der Schulen ohne Rassismus. Damit stärkt die Schule die Schülerinnen in ihrer antidiskriminierenden und antirassistischen Haltung, beispielsweise durch die Möglichkeit zur Teilnahme am ARGUTRAINING „Widersprechen für Demokratie“. Darüber hinaus legt das Elly-Heuss-Gymnasium einen Schwerpunkt auf ein von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägtes Miteinander. Die Schule achtet darauf, eventuelle Tendenzen der Ausgrenzung von Schülerinnen frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Die Courage AG, die von Schülerinnen der Mittelstufe initiiert wurde, ist ein weiteres Instrument von Schülerinnen für Schülerinnen, um im schulischen Alltag auf problematische Tendenzen zu reagieren.
Aktionsfeld 2: Politik wahrnehmen und erfahren
Die Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums erleben Politik und politische Abläufe auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene hauptsächlich indirekt über Medien. Dies bewirkt eine innere Distanz zur Politik und ihren Abläufen, die durch die geografische Ferne zu politischen Entscheidungszentren verstärkt wird. Das Elly-Heuss-Gymnasium sieht die Überwindung dieser Politikferne als eigenes Aktionsfeld. Die folgenden Eckpunkte bilden den Rahmen dieses Aktionsfeldes:
- Jahrgangsstufe 8: Alle Schülerinnen der Jahrgangsstufe nehmen an einer Aktion teil, durch die sie demokratische Strukturen und Verfahrensweisen in ihrem sozialen Nahraum erfassen.
- Jahrgangsstufe 9: Die Schülerinnen lernen in Form eines geeigneten Planspiels Politik als ständigen Versuch der Problemlösung unter Beteiligung unterschiedlicher Akteure zu verstehen.
- Jahrgangsstufe 10: Die Schülerinnen unternehmen eine Exkursion zu einer Schaltzentrale politischer Entscheidungen entweder auf Landes-, Bundes- oder europäischer Ebene und nehmen dort an einem pädagogischen Programm teil.
- Jahrgangsstufe 11: Die Schülerinnen nehmen an einem Planspiel teil, das die Notwendigkeit von politische Entscheidungen über die nationalen Grenzen hinweg vor Augen führt.
- Qualifikationsphase: Die Schülerinnen haben die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Projekt oder einem Planspiel, das sie die Komplexität von Politik und politischen Vorgängen in vertiefter Form erfahren lässt. Das Projekt bzw. Planspiel sollte in einem direkten Bezug zu den Lehrplänen der Fächer Politik und Gesellschaft sowie Geschichte stehen.
- Das Elly-Heuss-Gymnasium lädt nach Möglichkeit Abgeordnete aus der Region sowie politische Experten wie den Jugendoffizier der Bundeswehr zur Vermittlung von Expertenwissen und Begegnungen mit den Schülerinnen in den jeweils geeigneten Jahrgangsstufen ein.
Die konkrete Ausgestaltung dieses Rahmens liegt in der Verantwortung der Fachschaft für das Fach Politik und Gesellschaft. Diese Konkretisierung variiert in Abhängigkeit vom Angebot brauchbarer Programme durch externe Anbieter, deren Verfügbarkeit und den schulinternen Ressourcen zur Umsetzung:
- In der 8. Jahrgangsstufe nehmen alle Schülerinnen am Stadtrundgang „Die Demokratie vor der Haustür“ teil, aber auch z.B. an Podiumsgesprächen und Diskussionsrunden mit gesellschaftlich-politisch engagierten Persönlichkeiten aus Weiden und der Umgebung im Kontext von z.B. Weltkindertag oder auch Weltfrauentag.
- In der 9. Jahrgangsstufe wird das Planspiel „Civil Powker“ durchgeführt. Es handelt sich um ein systemisches Lernspiel des Fränkischen Bildungswerks für Friedensarbeit e.V. zu den Möglichkeiten zivilgesellschaftlichen Engagements bei internationalen Konflikten.
- In der 10. Jahrgangsstufe ist die Exkursion zu einer politischen Schaltzentrale mit Teilnahme an einem pädagogischen Programm integriert in die Jahrgangstufenfahrt der 10. Klassen nach Berlin. Die Einladung von Bundestagsabgeordneten ist Bestandteil des Programms.
- Jahrgangsstufe 11: Bei Möglichkeit nehmen die Schülerinnen im Rahmen des Europa-Projekttages an einem Planspiel zur Funktionsweise der Europäischen Union teil. Nach Möglichkeit wird im Kontext des Projekttages auch ein EU-Parlamentsabgeordneter oder eine EU-Parlamentsabgeordnete eingeladen.
In der Qualifikationsphase haben die Schülerinnen auf freiwilliger Basis die Möglichkeit zur Teilnahme am Planspiel „POL&IS“. Es handelt sich um ein mehrtägiges Planspiel zum Thema internationale Politik und Sicherheit, durchgeführt von den Jugendoffizieren der Bundeswehr.
Aktionsfeld 3: Den Blick öffnen
Das Elly-Heuss-Gymnasium sieht es als Teilbereich der politischen Bildung, den Schülerinnen den Zugang zu Erfahrungsräumen jenseits ihrer alltäglichen politischen oder gesellschaftlichen Erfahrung zu öffnen. Dem Fahrten- und Exkursionsprogramm der Schule kommt dabei eine maßgebliche Rolle zu. Auch wenn Fahrten oder Exkursionen nicht primär vom Aspekt der politischen Bildung her motiviert sind, so leisten sie einen erheblichen Beitrag dazu, den Blick der Schülerinnen über den Tellerrand des Alltäglichen hinaus zu öffnen, und tragen dadurch zur politischen Bildung der Schülerinnen bei. Zu den Aktivitäten in diesem Aktionsfeld zählen:
Exkursionen zu außerschulischen Lernorten. Die Exkursionen zu solchen Lernorten in erreichbarer Nähe des Elly-Heuss-Gymnasiums sind fester Bestandteil des Exkursionsprogramms der Schule.
- Jahrgangsstufe 9: Exkursion an die KZ Grab- und Gedenkstätte Flossenbürg.
- Jahrgangsstufe 10: Exkursion zum Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth.
- Jahrgangsstufe 11: Exkursion zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.
- Feste Schüleraustausch- und Begegnungsprogramme für Schülerinnen der Mittelstufe. Die Partnerschulen des Elly-Heuss-Gymnasiums hierfür liegen in Frankreich, Großbritannien und in der Tschechischen Republik.
- Teilnahme an Projektprogrammen auf internationaler Ebene. Dem Elly-Heuss-Gymnasium ist an einer Beteiligung an Programmen gelegen, die als mehrjährige Projekte in der Kooperation von Schulen aus ganz Europa angelegt sind.
- Exkursionen und Unterrichtsgänge vornehmlich der Fachschaften für Religion und Ethik zum Zweck des interreligiösen bzw. interkulturellen Erfahrungsgewinns.
- Unterstützung und Nutzung von Angeboten von überparteilichen gesellschaftlichen Akteuren (z.B. Amnesty International, JUZ, …)
Aktionsfeld 4: Kompetenzen und Begabungen fördern
Dem Elly-Heuss-Gymnasium ist – auch hinsichtlich der sozialwissenschaftlichen Ausbildungsrichtung an der Schule – daran gelegen, den Schülerinnen Betätigungsfelder zu öffnen oder zu bieten, die ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Kompetenzen im Bereich des politischen oder gesellschaftlichen Engagements zu erweitern oder anzuwenden bzw. die dazu geeignet sind, vorhandene Begabungen zu fördern. Die Nutzung dieser Möglichkeiten durch die Schülerinnen erfolgt auf freiwilliger Basis. Einige der bereits genannten Bestandteile des Konzepts für die Politische Bildung am Elly-Heuss-Gymnasium lassen sich demzufolge auch diesem Aktionsfeld zuordnen, beispielsweise die Teilnahme an einem Planspiel zur politischen Bildung in der Qualifikationsphase oder die aktive Beteiligung von Schülerinnen an einem Projektprogramm auf internationaler Ebene. Ergänzend hierzu wären zu nennen:
- Einrichtung eines Wahlkurses „Debating Society“ ab der 9. Jgst. mit Möglichkeit zur Teilnahme am alljährlich stattfindenden „Model European Parliament“ in Kerkrade (Niederlande).
- Kontinuierliche Präsenz des Fachs Politik und Gesellschaft im Seminarangebot der Qualifikationsphase.
- Angebot des Kurses Sozialwissenschaftliche Arbeitsfelder als Angebot für Schülerinnen der Sozialwissenschaftlichen Ausbildungsrichtung
- Das Elly-Heuss-Gymnasium versteht sich zudem als Multiplikator und Vermittler zu lokalen außerschulischen oder schulübergreifenden Netzwerken bzw. Initiativen zur Förderung der politischen Bildung von Jugendlichen, beispielsweise zum Jugendforum Weiden oder der Weidener Schülerakademie.
Besonders engagierten und interessierten Schülerinnen der Oberstufe wird auch die Teilnahme an Workshops oder Seminaren der Akademie für Politische Bildung in Tutzing ermöglicht.
Flexibilität als Konzept
Ein unabdingbarer Wesenszug des Konzepts für die politische Bildung am Elly-Heuss-Gymnasium ist seine Flexibilität. Das Konzept darf nicht als starres Konstrukt verstanden werden. Vielmehr wird ein flexibler Umgang damit angebracht sein, der es ermöglicht, das Konzept den sich verändernden Möglichkeiten, Notwendigkeiten, Rahmenbedingungen oder verfügbare Ressourcen anzupassen. Das Konzept ist – wie auch Gesellschaft und Politik als Gegenstand seiner Betrachtung – einem ständigen Wandel unterworfen.
Konzeptverfasser und -verfasserin im Auftrag des Elly-Heuss-Gymnasiums:
- Sabine Hofmann, OStRin
- Wolfgang Polack, OStR
Weiden, Februar 2026 (aktualisiert)











