Schule – Extra für Mädchen

Elly-Schülerin Hannah Weimann berichtet von der Young Leaders Akademie in Berlin

Am vergangenen Wochenende hatte ich die Möglichkeit, an einem Workshop der Young Leaders Akademie in Berlin teilzunehmen. Dabei kommen Jugendliche aus ganz Deutschland zusammen, um sich mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, neue Perspektiven kennenzulernen und sich untereinander auszutauschen.

Meine Reise begann am Freitagvormittag mit der Zugfahrt nach Berlin, die zum Glück ganz reibungslos verlief. Nach meiner Ankunft hatte ich noch etwas Zeit, durch die Stadt zu bummeln, mir etwas zu essen zu kaufen und mich an die Spree zu setzen. Dort konnte ich den Sonnenuntergang beobachten – ein ziemlich schöner Start in das Wochenende.

Am Abend ging es dann ins Hotel zum Einchecken, wo ich sofort sehr freundlich begrüßt wurde. Innerhalb weniger Minuten kam man mit vielen anderen Teilnehmenden ins Gespräch. Ich teilte mir ein Zimmer mit drei anderen Mädchen, und nachdem wir uns kurz eingerichtet hatten, trafen sich alle zum gemeinsamen Abendessen. Danach stellten sich alle kurz vor und wir bekamen einen Überblick über das Programm der nächsten Tage. Der Abend endete ganz entspannt mit einer Runde Werwolf, einem Film und vielen Gesprächen.

Der nächste Tag begann früh mit einem gemeinsamen Frühstück, bevor wir direkt mit dem ersten Seminar starteten. Gemeinsam mit dem Doktoranden Daniel Böhm beschäftigten wir uns mit der Bedeutung von Philosophie, Anthropologie und vor allem mit der Frage nach der Würde des Menschen. Dabei ging es viel um Freiheit und Verantwortung, und wir haben über verschiedene ethische Perspektiven diskutiert. Auch wenn viele neue Begriffe dabei waren, war es sehr spannend, unterschiedliche Meinungen und Denkweisen kennenzulernen.

Anschließend bekamen wir von dem App-Entwickler und Podcaster Marcel Stuht eine Einführung in die Welt der Podcasts – von der technischen Umsetzung über Inhalte bis hin zur Veröffentlichung. Kurz darauf folgte noch ein Impulsvortrag von Dr. Tsegaye Degineh zum Thema Nachhaltigkeit und Mobilität.

Danach arbeiteten wir in Kleingruppen weiter und entwickelten eigene Podcast-Beiträge zu verschiedenen Themen aus diesem Bereich. Einige Gruppen beschäftigten sich zum Beispiel mit den Sustainable Development Goals, andere mit persönlichen Erfahrungen rund um das Deutschlandticket oder mit verschiedenen Antriebsarten im Vergleich. Besonders spannend war es, die Podcasts anschließend mit professionellem Equipment – also Mikrofonen und Headsets – aufzunehmen und selbst zu schneiden. Am Ende präsentierte jede Gruppe ihren fertigen Podcast.

Als wir gegen 21 Uhr mit dem Programm fertig waren, waren zwar alle ziemlich müde, aber die Stimmung in der Gruppe war trotzdem noch super. Deshalb entschieden wir uns spontan, noch einen kleinen Spaziergang durch Berlin zu machen und konnten dabei unter anderem das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz bei Nacht sehen. Zurück in der Jugendherberge wurde dann noch eine letzte Runde Werwolf gespielt, bevor schließlich alle ins Bett gingen.

Zum Abschluss des Wochenendes besuchten wir noch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Dort bekamen wir eine Führung von einem Zeitzeugen. Ich war zwar letztes Jahr schon einmal mit meiner Klasse dort gewesen, damals allerdings mit einem Historiker als Guide. Durch die persönlichen Erfahrungen des Zeitzeugen bekam man jedoch noch einmal eine ganz andere und sehr eindrucksvolle Perspektive auf die Geschichte.

Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen und einer kurzen Feedbackrunde hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen.

Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und für all die Menschen, die ich an diesem Wochenende kennenlernen durfte. Innerhalb von nur zwei Tagen konnte man unglaublich viele neue Kontakte knüpfen, und ich glaube, dass einige davon noch lange bestehen bleiben werden. Es war faszinierend, unter so vielen offenen und engagierten Jugendlichen zu sein, neue Dinge zu lernen und auch eigene Gedanken einbringen zu können. Und das Ganze noch in einer Stadt wie Berlin erleben zu dürfen, war natürlich etwas ganz Besonderes.

Ich kann jedem nur empfehlen, an solchen Programmen teilzunehmen – und hoffe selbst, irgendwann noch einmal die Gelegenheit dazu zu bekommen.

Text und Fotos: Hannah Weimann, 11b