Die Besucherin hat ihren Heimatbesuch in München mit einem Abstecher nach Weiden verbunden, um Schülerinnen der 10. und 11. Jahrgangsstufe die Abläufe in der EU und ihre eigene Arbeit in der EU-Kommission näher zu bringen. Mara Grimminger arbeitet seit zwei Jahren bei der Europäischen Kommission in Brüssel als International Relations Officer, konkret bei der Generaldirektion für Umwelt. In ihrem Vortrag ging sie zunächst auf die zentralen EU-Institutionen ein, um dann konkret die Kommissionsarbeit unter die Lupe zu nehmen. Ein Fokus war die Zusammenarbeit zwischen EU-Parlament, Rat der EU und EU-Kommission sowie die Schwierigkeiten bei der Um- bzw. Durchsetzung der verschiedenen Rechtsakte. Besonders eindrucksvoll waren ihre Ausführungen zum Vorgehen der EU-Kommission, wenn sich beispielsweise ein Mitgliedsland nicht an die vereinbarten Grenzwerte für Schadstoffemissionen hält. Laut Grimminger sei so ziemlich jedes EU-Mitgliedsland schon mal von der EU-Kommission beim Gerichtshof der Europäischen Union angeklagt worden. Wenn man sich nicht an die gemeinsam vereinbarten Regelungen und Verträge hält, drohen den Mitgliedsstaaten in der Regel hohe Strafzahlungen.
Spannend und inspirierend ist auch Mara Grimmingers eigener Werdegang: Begonnen hat sie ihre Karriere mit einem Schulpraktikum im EUROPE DIRECT Informationszentrum in München. Über diverse Tätigkeiten und Auslandsaufenthalte hat sie inzwischen ihren Deutsch-Französischen Doppel-Master in Politikwissenschaft und den französisch-spanischen Master in European Governance sowie ein Zusatzstudium in Nachhaltiger Entwicklung abgeschlossen und arbeitet nun eben in Brüssel bei der EU-Kommission.
Ein zentrales Anliegen ist es ihr, junge Menschen und vor allem auch junge Frauen zu motivieren, sich zu engagieren, politisch wie allgemein gesellschaftlich, es ginge ja schließlich auch um ihre Zukunft. Und wichtige Entscheidungen sollten nicht einfach anderen überlassen werden.


