Elly-Heuss-Schülerinnen brillieren bei Europa-Simulation

Über die eigenen Grenzen hinauswachsen …

Alana Rauch (10B) im Kreis ihrer Fraktionsmitglieder im Ausschuss für Umweltfragen. Sie suchen nach Möglichkeiten, die Ziele des Pariser Klimaabkommens in die europäische Gesetzgebung zu integrieren

… und mit Erstaunen feststellen: „Wow, ich kann noch mehr!“ Genau diese Erfahrungen konnten insbesondere zwei Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums machen, die zum wiederholten Mal an der alljährlich stattfindenden Fahrt der Debating Society (des Debattier-Clubs) zum Model European Parliament, einer Simulation des Europäischen Parlaments, in den Niederlanden teilnahmen. Laura Attiq (Q12) und Anna C. Baisch (Q12) hatten ihre Seminararbeit schon nahezu fertig und haben auch noch die Vorbereitung für dieses Abenteuer gemeistert. Sie hatten sich in diesem Jahr für die verantwortungsvollen Posten einer Ausschussvorsitzenden und einer Fraktionsleitung beworben und sind ausgewählt worden. Die begleitende Lehrkraft S. Hoffmann verwundert das nicht: „Die beiden sind schon das dritte Mal dabei und haben außerordentliches Engagement bewiesen. Sie kennen dieses Planspiel sehr gut, ihr Englisch ist ausgezeichnet und Europa ist ihnen schon fast eine Herzensangelegenheit! Man hätte keine Besseren finden können!“ Von ihrer Abiturfahrt im September sind sie direkt von London selbstständig zum Vorbereitungstreffen in die Niederlande aufgebrochen, um mit anderen Schülerinnen aus ganz Europa das Hauptevent im November vorzubereiten.

Tja, und es hat funktioniert: Zusammen mit zwei weiteren Mitschülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums sind die Schülerinnen schließlich Anfang November mit ihrer Lehrkraft S. Hoffmann zur Abtei Rolduc in Kerkrade, in den Niederlanden aufgebrochen, um mit insgesamt 250 Schülerinnen und Schülern aus ganz Europa und den USA ein Wochenende lang auf Englisch Themen der Europäischen Union zu debattieren. So wurde zum Beispiel diskutiert, wie man einem drohenden Dominoeffekt nach dem britischen Brexit sinnvoll begegnen kann, wie man die Privilegien und Werte einer EU-Mitgliedschaft überzeugender vermitteln kann oder wie die Währungsunion sinnvoll weiterentwickelt und erhalten werden kann.

Anna C. Baisch musste als Führung der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten von Ausschuss zu Ausschuss gehen und so manches Fraktionsmitglied daran erinnern, welcher Partei sie eigentlich angehörten und dass die eben vertretene Meinung grad gar nicht passt. „Aber die haben die Kritik erfreulicherweise fast immer gut angenommen. Das hätte ich nicht erwartet!“

Laura Attiq (Q12) führt als Vorsitzende im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres die Diskussionen um einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag und Anna C. Baisch (Q12) coacht ihre Fraktionsmitglieder bzgl. einer richtigen Haltung zu den verschiedenen Vorhaben

Als Vorsitzende des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres trug Laura Attiq dafür Sorge, dass beispielsweise die Rechte von in Großbritannien lebenden EU-Bürgern gewahrt bleiben, auch wenn die Briten einmal die EU verlassen haben werden. „Über Stunden konzentriert an einem Gesetzesvorschlag arbeiten, alle Abgeordneten mit ihren Änderungsvorschlägen zu Wort kommen lassen, um dann am Ende des Wochenendes im Plenum über etwas Sinnvolles abstimmen zu lassen, das war schon eine riesige Verantwortung. Aber es macht einen enorm stolz auf sich selbst, das geschafft zu haben. Das war eine tolle Erfahrung!“

Casey Baker und Alana Rauch (beide 10B) sind das erste Mal dabei gewesen und waren ebenso begeistert. Um als europäische Parlamentsabgeordnete ihre Ideen und Vorschläge in die Gesetze einzubringen, mussten sie geschickt argumentieren und überzeugende Argumente bringen. Auch sie haben ihre Feuertaufe bravourös gemeistert. Der freiwillige Kurs, der im Rahmen der Schülerakademie angeboten wird, gibt den Schülerinnen nicht nur die Chance, die politischen Abläufe der EU besser kennenzulernen, sich europäischen Problemstellungen zu stellen und Veränderungen realistisch einzuschätzen, im Vordergrund steht auch, so die Lehrkraft S. Hoffmann, die persönliche Entwicklung der Schülerinnen: „Wichtig ist, in der Debattensituation in der Rolle zu bleiben, auch wenn ich mit schwierigen Fragen konfrontiert werde und schnell reagieren muss, und das auch noch auf Englisch in der direkten Konfrontation mit Englisch-MuttersprachlerInnen. Ein besseres Training für mehr Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen und Flexibilität gibt es fast nicht.“