„Frauen sind anders“? Oh ja!!

Supergirls in jederlei Hinsicht

Die Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums nahmen beim Sommerkonzert so manches Vorurteil gekonnt auf den Arm

Die kleine Zuschauerin, vielleicht sieben oder acht Jahre alt, schaut mit großen Augen auf die „großen“ Mädchen, die Elly-Schülerinnen, die im Sommerkleid und mit Strohhüten rund um die Aula unterwegs sind. Es sind die Minuten vor Konzertbeginn, und die Spannung steigt. „Mama, warum haben die alle Hüte auf?“ fragt sie. „Haben die damit irgendwas vor?“

Ja, das hatten sie, und zwar Großes. Dieses Sommerkonzert war nicht nur eine hervorragend gelungene Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen, Klassikern, Chart-Hits, Solo-Stücken und Ensemble-Vorträgen, sondern es war der lebendigste Beweis für den Humor, der das musikalische Schulleben am Elly-Heuss-Gymnasium prägt. Denn mit Klischees humorvoll umzugehen, dazu gehört viel Selbstironie und eine gehörige Portion Mut für die Bühne.

Die Musiklehrerin Katharina Bernet hatte mit ihren „Getreuen“ aus der Schülerschaft ein gut zweistündiges Programm auf die Füße gestellt, das wie schon in den vergangenen Jahren das Publikum mit einbezog. Ganz besonders schön war es, dass der Generationenwechsel auch in musikalischer Hinsicht stattfand. Im vergangenen Jahr machten viele der Schülerinnen Abitur, die eine große Stütze in Chor und Vokalensemble waren. Doch von Nachwuchsproblemen keine Spur: Der Chor ist in diesem Jahr auf mehr als 50 Schülerinnen angewachsen, sodass erstmals auch vierstimmige Sätze kein Problem waren. Zudem begleitete die stellvertretende Schulleiterin Claudia Lehmann-Schmidkunz einige Chorstücke am Klavier.

Paula Herrmann, die über Jahre hinweg ein Fels in der Brandung am Klavier ist, übernahm auch heuer wieder die Begleitung für mehrere Stücke, unter anderem den Lacherfolg des Abends. Mit ihrer Schwester Frieda (5c) sorgte sie für so einige Lachtränen und donnernden Applaus, denn das umgedichtete „Geh, schau doch niad so bäis“ auf Meghan Trainors „All about that bass“ passte perfekt zur fröhlich-frechen Gesamtstimmung des Konzerts.

Klassiker, die das Publikum gut im Ohr hat, sind für ein Konzert immer ein gewisses Risiko, denn natürlich bemerken die Zuhörer dann auch die Töne, die nicht stimmen. Selina Machner (9b) und Isabell Schmidt (7b) wagten es trotzdem und spielten tolle Versionen von „My Way“ bzw. „Für Elise“ mit einem bemerkenswerten Gespür für Spannung und Timing. Ähnlich war es beim Orchester, als es eine Suite aus der Oper „Carmen“ spielte. Der Gesamtklang dieses anspruchsvollen Meadleys war wunderbar.

Ein Markenzeichen für die Konzerte am „Elly“ sind mittlerweile die Gesangssolistinnen. Neben Marjam Attiq (9c), Katrin Groß (Q11), Marie Geuß (Q11), Sophia Salomon (Q12), Julia Benkhardt (Abitur 2015), Antonia Ostermeier (Q11) und Laura Attiq (Q11) stand auch eine ihrer Lehrerinnen mit auf der Bühne. Manuela Spitzkopf, die am Elly Musik unterrichtet, ist ausgebildete Sängerin und brachte mit Begleitung von Hans Grajer eine wunderschöne Arie aus der Oper „Rusalka“ von Dvorak zu Gehör.

Den krönenden Abschluss des Konzerts bildete der Schulchor unter der Leitung von StRin Katharina Bernet mit Max Raabes humorvollem „Für Frauen ist das kein Problem“, der dem Publikum tosenden Applaus und die Forderung nach einer Zugabe entlockte.

Die Mischung macht’s, und die Mischung dieses Abends zeigte, wie viele Facetten Frauen haben. Und ja, die Hüte- Markenzeichen der Namensgeberin der Schule Elly Heuss- Knapp- hatten eine ganz bestimmte Aufgabe: beim Schlussstück „Für Frauen ist das kein Problem“ flogen sie hinein in den Schlussapplaus und quer durch die Aula.

Für Frauen ist das kein Problem!