Widersprechen! Aber wie?

Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe beim Argumentationstraining gegen rechte Parolen.

„Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“, „Schwule haben AIDS“, „Muslime sind doch alle Terroristen!“ Solche Parolen machen erstmal sprachlos und ärgern einen fürchterlich, weil man in der Regel spontan nicht die richtigen Widerworte findet. Dies wird den 17 Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe nicht mehr so einfach passieren, denn sie nahmen am Argumentationstraining gegen rechte Parolen des Berliner Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ teil.

Das Argumentationstraining gegen rechte Parolen vermittelt, wie in schwierigen Situationen sinnvoll gehandelt werden kann. Der Schwerpunkt liegt darin, einen eigenen Standpunkt zu Vorurteilen und Diskriminierung im (Schul-)Alltag zu entwickeln und diesen selbstbewusst zu vertreten. Damit erkennen die Schülerinnen in Zukunft besser, wann für sie selbst eine Grenze des Tolerablen erreicht ist und können sich dann selbstbewusst gegen diskriminierende Sprüche zur Wehr setzen. Dabei wurden ganz praktisch argumentative Strategien und rhetorische Kniffe eingesetzt.

Ein besonderes Schmankerl für die Schülerinnen und die Schule wird ein weiteres Training darstellen. Denn damit können sich die Schülerinnen zu Peercoaches ausbilden lassen, um anschließend ihre Mitschülerinnen zu trainieren und so das Training nachhaltig am Elly-Heuss-Gymnasium zu verankern.

Johanna Pichl (9B) und Leni Schnappauf (9C) geben sich einen emotional geladenen Schlagabtausch, bei dem sie selbst und die beobachtenden Schülerinnen erkennen, dass in manchen Konfliktsituationen sachliche Argumente vom Gegenüber gar nicht gehört werden wollen. Solche Diskussionen sollten zunächst unterbrochen werden, um dem Gegenüber die Chance zu geben, sich zu beruhigen und um sich selbst in einem weiteren Schritt ernsthaft Gehör zu verschaffen