Von modernen Märchenerzählern und fiesen Traumdieben

Was diese schmierigen Geschäftsleute (zu beiden Seiten: Lea-Marie Weigelt und Hannah Wisneth) in der Traumwelt so alles anbieten: Alptraumzermürber, Angstbeseitiger und Luftschlossanleitungen! Dazu noch eine nervige Spieluhr (Marian Attiq), die den Kindern aber ganz schön aus der Patsche hilft!

Das Elly, bekannt für seine talentierten Tänzerinnen, hat am 04. Juli 2013 gezeigt, dass hier auch noch andere Schätze ans Tageslicht drängen

Die beiden Theatergruppen der Unterstufe gaben mit „Aschenbrödel 2.0“ und „Die Traumdiebe“ zwei Stücke zum Besten, die vom komischen Slapstick bis zur ernsten Unterhaltung reichen. Die Schülerinnen der fünften Klassen unter der Leitung von StRin Frau Hagn eröffneten mit einem an das bekannte Märchen „Aschenbrödel“ angelehnten Stück den Abend.

In knapper Form und drastisch entrümpelt konnte „Aschenbrödel 2.0“ auch dem unter Zeitnot leidenden, modernen Menschen, der oftmals dank neuer Medien über eine nur mehr kurze Aufmerksamkeitsspanne verfügt, einen Zugang zum Märchen verschaffen.

Die Erzählerin (Skrollan Veit) hatte mit den Märchencharakteren ihre liebe Not. Während das Aschenbrödel (Lena) recht einsilbig um ihre Chance auf den Ball kämpfte, versuchten die zwei hässlichen Geschwister (Vanessa Szameitat und Rabia Kandemir) sowie die böse Stiefmutter (Alica Girisch) alles, um den Prinzen (Kayla Winkler), seine Eltern (Sophie Mayer und Hannah-Lena Stich) und seinen Freund (Johanna Gründel) für sich zu gewinnen. Auch mit von der Partie waren natürlich die fleißigen Täubchen(Alica Girisch und Anika Ammann) und eine gute Fee (Rabia Kandemir). Zusätzlich jedoch mischten auch noch zwei dienstbeflissene Pferdchen (Hannah-Lena Stich und Kayla Winkler), eine böse Fee (Anika Ammann), ein Wahrsager (Constancia Forster) und der böse Wolf (Sophie Mayer) das Geschehen kräftig auf. Bis die Erzählerin wieder Ruhe ins Geschehen und das Märchen zu einem Happy End bringen konnte, wurden die Lachmuskeln des Publikums stark strapaziert.

Nachdenklich stimmte das Stück „Die Traumdiebe“, das StRin Frau Christl mit Schülerinnen der fünften bis siebten Klassen einstudiert hatte. Wie ist es, wenn man nicht mehr träumen kann?
Diese Erfahrung machen vier Kinder (dargestellt von Laura Attiq, Lisanne Röhr, Annemarie Wirth und Stefanie Weise), denen nächtens drei etwas unsichere Geister (Annalena Weißer, Annina Eger und Sophie Staufer) die Träume absaugen. Als die Kinder den Verlust und die dadurch entstehende Leere bemerken, wollen sie ihre Träume selbstverständlich wiedererlangen. Aber wie? Gott sei Dank treten nun seltsame Wesen (Eva Rösch und Melisa Dursun) auf den Plan, die den Kindern eigentlich als Spielzeug dienen, in der Welt der Träume aber ein eigenständiges Leben führen: Deren Existenz ist bedroht, wenn die Kinder nicht mehr träumen. Und so sind die seltsamen Wesen bereit, die Kinder in ihre Welt und zu den Unnuns (Hannah Wisneth, Lea-Marie Weigelt und Anna Wittmann) zu führen, fiesen dunklen Wesen, die selbst nicht träumen können und deshalb die Geister beauftragt haben, ihnen Träume zu besorgen. Die seltsamen Wesen überzeugen ihre Vorgesetzten (Lisa Weiß und Josephina Liebl) von der Notwendigkeit den Kindern zu helfen und auch die Geister für ihr Vorhaben zu gewinnen, doch das Unterfangen erweist sich als schwierig: Der Geige spielende Wächter (Anna Wittmann) kann nur durch Hypnose besiegt werden, sämtliche Versuche der Kinder aber dies zu bewerkstelligen aber scheitern. Die Spieluhr (Mariam Attiq), anstrengende Begleitung der Kinder, seit sie sie in der Traumwelt von schmierigen Geschäftsleuten (Hannah Wisneth und Lea-Marie Weigelt) erworben haben, besiegt schließlich den Wächter mit ihren nervtötenden immer gleichen Worten und Bewegungen und die Macht der Unnuns kann gebrochen werden.

Für ihr engagiertes, auch nuanciertes Spiel wurden die Darstellerinnen mit viel Szenenapplaus bedacht.