Elly jetzt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Unser Pate, Dr. Jack Terry, im Gespräch mit Regionalkoordinator Thomas Krauss

Einen geeigneteren Paten kann man sich nicht denken: Aufrüttelnd, berührend und ergreifend waren die Worte von Dr. Jack Terry (rechts im Bild) bei der Titelverleihung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Mit seiner Lebensgeschichte als jugendlicher Insasse des KZ Flossenbürg, seinem weiteren Lebensweg und seiner Arbeit als Sprecher der Überlebenden des KZ Flossenbürg ist er eine beeindruckende Symbolfigur gegen jede Form von Ausgrenzung, Isolation und Diskriminierung. In einem kleinen Interview, das der Regionalkoordinator des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Thomas Krauss führte, formulierte er seine Motive für seinen Einsatz gegen Rassismus und seine Appelle an die junge Generation. Er freute sich, dass die „Elly“-Schülerinnen ihm diese Patenschaft angetragen haben,  er habe sie sehr gerne übernommen. Kennen gelernt hatte er die Schule bei der Gedenkveranstaltung des Landtags zum Tag der Opfer des Nationalsozialismus, die Ende Januar 2012 am Elly-Heuss-Gymnasium stattgefunden hatte.

Brigitte Schwarz, Stadträtin, Herr Schwemmer (Schulleiter), Dr. Jack Terry, die Schülerinnen des P-Seminars, Sabine Hoffmann (Kursleiterin) und Koordinator Thomas Krauss

Die Verleihung des Titels war ein Highlight am Ende des Schuljahres. Jetzt kann sich das Elly-Heuss-Gymnasium offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen, die Tafel wird am Haupteingang angebracht. Der Titel ist gleichzeitig Ehre und Verpflichtung: Im Rahmen ihres Projekt-Seminars „Zivilcourage“ haben elf Schülerinnen und die Kursleiterin Sabine Hoffmann seit einigen Monaten an diesem Projekt gearbeitet und im Rahmen mehrerer schulinterner Aktionen die gesamte Schulfamilie vorbereitet und von der Idee überzeugt: Unterschriften mussten gesammelt, ein Pate gefunden, die gesamte Schulfamilie musste aufgeklärt und motiviert werden. Dabei geht es nicht nur um den Erwerb des Titels, sondern darum, dauerhaft und verstärkt und ständig das Augenmerk auf diese brisanten Themen zu richten, antirassistische Einstellungen zu festigen und zivilcouragiertes Eintreten auch im Alltag zu schulen.

Der Höhepunkt der bisherigen Arbeit des Seminars war die Titelverleihung in Anwesenheit des Paten Dr. Jack Terry in unserer Aula. Umrahmt von musikalischen Beiträgen von Schülerinnen, Wortbeiträgen der Seminarteilnehmerinnen und von Gedanken und Appellen Dr. Jack Terrys war die Veranstaltung berührend und beeindruckend. Alle Schülerinnen und Lehrkräfte bekundeten erkennbar ihre Unterstützung. Die Botschaft war eindeutig: Die gesamte Schulfamilie möchte aktiv und bewusst an einer Schule und in einer Welt mitwirken, in der Diskriminierung in all ihren Ausdrucksformen keinen Platz hat.

Das P-Seminar unter der Regie von Frau Sabine Hoffmann hat damit sich selbst und der Schule einen guten Weg gewiesen. Der Titel passt ausgezeichnet zum pädagogischen Profil des „Elly“, auch die Tatsache, dass er immer wieder neu erarbeitet werden muss.